Der/die/das Depp

Was ist ein Depp? Das erste, das mir da in den Sinn kommt, ist: ein amerikanischer Wähler. Und neuerdings leider auch viele deutsche Wähler. Bruno Kreisky – wir sind in Österreich, also Dr. Bruno Kreisky und „Trottl“ statt „Depp“ – sagte einmal von einem nicht so guten Freund, er habe „ein etwas ungeordnetes Verhöltnis zur Intelligenz“.
Schmäh. Schee.

Bruno Jonas hatte da auch eine Meinung. Es gebe keine Deppen, sagte er (Herrschaften: nicht „gäbe“, es ist indirekte Rede, nicht Konjunktiv – ich könnt mich scho wieder aufregen!), nur Leute, die beim Denken kein Glück haben. Und ein anderes Mal: Es könne sein, dass das Gehirn eines bestimmten Herrn diesem einfach nicht die richtigen Ergebnisse liefere.

Passiert mir schon auch hier und da. Wahrscheinlich bzw. ganz sicher bin ich ein Teilzeit-Depp. Wie wir alle. Aber so deppert, dass ich jetzt Depp*in schreibe – bin ich doch nicht. Wobei, wenn man/frau/lebensform männerfeindlich wäre, könnte man/frau/lebensform jetzt sagen, dass die natürliche Seinsform des Deppen halt männlich sei. Männerfeindlich samma aber net.

Richtig deppert finde ich die Pizzawerbung mit „La donna è mobile qual piuma al vento“ (deutsch „O wie so trügerisch sind Weiberherzen“ – eine inhaltlich treffende Übersetzung). Seit Jahren wird da in Bildern die romantische Umwerbung einer Frau mit Tiefkühlpizza dargestellt, und dazu wird ein bewusst frauenverachtender Text gesungen. Gesungen nicht in akkuratem Belcanto, wie es in Verdis Rigoletto gehört, sondern schmierig-breiig, zum Davonlaufen. Da hilft nur abschalten, Kanal wechseln oder aus dem Zimmer gehen. Genau was Werbung erreichen soll.

Anmerkung zum Thema inhaltlich treffende Übersetzung: ChatGPT & Co. hätten hier übersetzt: „Die Frau ist beweglich wie Feder im Wind“. Weil sie nicht verstehen, worum es geht.