Klöten-Köhm und andere Leckereien

Freunden von Udo Lindenberg muss man nicht erklären, was Klöten-Köhm ist: Eierlikör.
Vor einigen Tagen wollte ich – musste ich – plötzlich einem süddeutschen Herrn namens Köhn erklären, was das Wort bedeutet.
Um mir Namen merken zu können, baue ich mir immer Eselsbrücken, und generell finden die Betreffenden es lustig, wenn ich ihnen diese mitteile. Bei Herrn Köhn lag natürlich Köhm nahe. Nur platzte mir hier ein Zusatz heraus, eigentlich ein unterhaltsam gemeinter Bonus, den ich selbst eben lustig finde. Ja freilich, das Wort Klöten-Köhm. Der Herr verstand aber nichts – sagte er –, und ich musste erklären! Köhm war einfach: Schnaps aus Kümmel, auch generell Schnaps. Und Klöten, halt Eier. Aber dann wollte es der Herr noch immer nicht kapiert haben. Was ich ad hoc herausbrachte: „Klöten, das sind diese Bällchen, die männliche Hunde unter ihrem Hinterteil haben.“
Da verstand der Süddeutsche. Oder … auch schon vorher.

„Cordula Strathmann“ zu Ulrich Wickert beim Austernessen:
Dat sieht aus wie Schnupfen.

Schon ans Schmerzhafte – moralisch und ästhetisch – grenzt die Frechheit von Lisa Eckhart. Aber ich muss zugeben: Die hat was. Dazu führen mich Texte wie dieser:
„Meinen tut der, der zum Wissen zu faul und zum Glauben zu schwach ist.
Immanuel Kant … ist dieser Satz … nicht eingefallen.
Deswegen hab ihn ich geschrieben.“

Neu gelernte Vokabeln:
Digge-Bagge-Mussik: Blasmusik (Hessisch).
Schönes österreichisches Wort: „begnügsam“

Ein Schlusswort zur Lage der Nation, eigentlich der Welt:
„Wer da nicht lacht, begreift den Ernst der Lage nicht.“
(Noch einmal Lisa Eckhart)

Der begrabene Hauptschuh

Herr Dr. Schröder, der King of Two-in-one, hat noch eine Stufe mehr geschafft: Das Three-in-one. „Da liegt der Hauptschuh begraben!“ Das wäre noch was für Der Schuh des Manitu gewesen.
Hauptproblem + da drückt der Schuh + da liegt der Hund begraben. Simply the best.

Gesprächsrunde am 25.09.25, O-Ton Ralf Stegner, SPD: „Man muss das Reale auch trennen von dem, was da stattfindet.“ Ach so. Dann versteht man einiges.

Quizfrage: „Welches Brechen ist die Beendigung einer Zeit ohne Nahrungsaufnahme?“
Antwort: „Übergeben“ (nicht „Fastenbrechen“). Da las Bommes ganz cool weiter vor, gab auch nach Beendigung der Schnellfragerunde keinen Kommentar dazu ab, aber an anderer Stelle: „Ich hab kein gutes Gefühl, so vom Feeling her.“ Ich aber schon. Super!

Wieso gibt es eigentlich nur Krampfhennen und keine Krampfhähne? Der Bauch, ein Krampfhahn, wenn er zänkisch ist und einem wehtut.

Alfred Dorfers Erdgeschichte: Die Menschen wurden sesshaft, betrieben Ackerbau, ernährten sich einseitig und bekamen schlechte Zähne – daher der Name Holozän. Siehe Max Frisch: „Der Mensch erscheint im Holozän“. Eine Geschichte des Niedergangs. Manche Forscher sagen ja, dem Raubaffen homo sapiens sapiens sei es als Jäger und Sammler besser gegangen. Aber wohl kürzer. Nur: Ist länger unbedingt besser?

Ohne Humor kann man sich auch gleich einpökeln lassen, schreibt Marie-Luise Schwamm in Jupiters Welt.


Ja dann: Fröhliche Weihnachten. Und lesen Sie das Buch.

Vollgemacht

    „Ein ganzes Blatt in der Geschichte
    du hast es vollgemacht.“

(Dichterin und Aktivistin Friederike Kempner, der Schlesische Schwan, 1828-1904)

Die zweite Zeile war ein großer Heiterkeitserfolg wegen ihrer Doppelsinnigkeit, oder wie man heute sagt: weil doppelsinnig.
Daran musste ich bei der Eloge eines Kollegen von Mario Barth denken, der über diesen sagte: „Der hat das Level in eine andere Stratosphäre gemacht.“

 

Wie bitte bzw. Neudeutsch: Hä? Wo hat der hingemacht? Und was?

Ja klar, wenn man so begeistert ist – so begeistert wie die Werbeagentur, die für ein Plombenzieher-Knautschbonbon die mitreißenden Worte fand:
„Mehr Knack! Mehr Kau!“ (Was soll denn das n da?)

Ich weiß, das ist spitzfindig, und das soll man nicht sein. Aber ich möchte doch nur spitzifizieren …

It’s an uphill battle. Also lieber lächelnd in den Wumbaba-Modus gehen, vorgemacht von dem süßesten Kind aller Zeiten beim Absingen von Weihnachtsliedern:
– Schinkenpelz (Jingle Bells)
– Die rötlichen Hirten (Ihr Kinderlein kommet, die redlichen Hirten)

Anders herum verfuhr – und verfuhr sich – yours truly als sehr junge Sprachwissenschaftlerin: Sie akzeptierte nicht, was „der Vater im Himmel für Freude uns macht“. Es musste doch „magd“ heißen, nicht „macht“, denn „ich mach den nicht leiden“ war doch auch nicht korrekt, und ein Weihnachtslied musste man schon ordentlich auf Hochdeutsch singen. Überhaupt nannten sich die besten Frauen in der Bibel doch „Magd“, das passte so gut zum Vater im Himmel. Wenn auch an dieser Stelle nicht zur hochheiligen Nacht. Das war die erste Ahnung von „reim dich, oder ich fress dich“.

Zeitgeist oder Spuk?

Manche Bilder kommentieren sich selbst.

(Unten links „irrationaler frühschoppen“ war ein bisschen schlecht zu lesen.)

Andreas Rebers über Kriegstüchtigkeit – mit wem? Junge Generation: „Die einen sind woke, die anderen sind dick, und der Rest ist kriminell.“

Gipfeltreffen mit Torsten Sträter, Ölaf Schubott (Olaf Schubert) und Johann König.
Frage: Warum heißt es eigentlich immer „im Namen Jesu“? Der Mann hieß doch Jesus.
Antwort: Das ist Gendern.

Kleiner Schreibfehler: die Hinternbliebenen. Die sitzen geblieben sind, allein auf ihrem … ja.

Woher kommt nur dieser Klassiker: Quiz ist wie Schach, bloß ohne Würfel.
Ich liebe Quiz.

Nach jahrelangem „Hol dir DEIN“ (was es auch sei – besonders betont wird immer das Possessivpronomen) nun ein etwas neuerer Reklametrend, so zu hören und zu sehen:

„Ist es falsch, das Beste für MICH zu wollen? NEIN!“

TÄGL
ICH

GENÜSSL
ICH

FÜRSORGL
ICH

„Ein Keks lang nur ICH“

Ich-ich-ich und das Beste für mich. Offenbar ist dies jetzt das, was Menschen zwischen 14 und 49 Jahren „catcht“ – die bevorzugte Zielgruppe der Werbung. Gut, die erste Werbung ist für so etwas wie Damenbinden, da würde die Altersgruppe passen. Aber eine für etwas Ähnliches wie Butter zeigt „Glückl ICH“ und soll wohl auch reifere Menschen ansprechen. Ob sie das tut? Und denken jetzt alle gar nicht mehr an sich selbst und müssen von ihrer übergroßen Rücksicht auf andere entwöhnt werden – oder greift diese Werbung auf, was in unserer Gesellschaft geschieht?

Wenn man ein bisschen hinhört, irgendwie … ekelig / ekel-ich.

Erleuchtung durch Pilze

Kennen Sie Lampignons? Ich nicht, aber ganz viele Menschen reden von ihnen. Champignon plus Lampion, sehr kompaktes Two-in-one. Ich stelle mir darunter eine Art Pilze vor, die irgendwie erleuchtet. So etwas soll es in Südamerika geben, hier eher schwer erhältlich und möglicherweise verboten sein. Wird aber auch im deutschen Sprachraum häufig als Lichtquelle erwähnt, ohne Pilz, oder doch mit? – Seltsam.

Mehr von dieser Art Abkürzung, nur weniger rätselhaft: Kriminalpsychologin Katinka Keckeis ergründet die Psyche eines Serienmörders, der subjektiv viele Kränkungen erlebt und seine Frustration, seine Wut nicht anders als mit Töten „kanalysieren“ kann.

Und Oliver Baier, ORF: „Bitte schicken Sie uns Ihre Zuschriften, alle Adressen sind eingebildet“ (abgebildet + eingeblendet).

„Er hat ihn übern Jordan springen lassen“ (und der ist dann über die Klinge gegangen, schätze ich).

Bronze für die Vierer-Ruderinnen, „eine eingeschweißte Truppe“ (Bommes). Mal was anderes als ein eingeschweißtes Team oder gar eine eingefrorene Gemeinschaft – oder?

„Wissenschaftliche Studien haben bewiesen – das ist eine Studie von mir, die stimmt.“
Nämlich dass 80°C zu warm ist zum Duschen, aber das Prinzip kann man überall anwenden. Allerliebst, Olaf Schubert.
Weiter Torsten Sträter: „In uns brennt und ballt und knüllt sich die Weisheit“.
Das kenn ich. In mir auch.

Und warum das Ganze? „Humor is die Notwehr gegen die Sacha wosd nix macha kunnst“ (Stofferl Well).

Dann schauen wir halt, dass wir ein friedliches Weihnachten hinkriegen, in unserem engsten Kreis.

Fake-Dolmetschen – Beispiel Obama-Reden

Was man an Reden vermeintlich simultan gedolmetscht hört, ist fast immer vorab schriftlich übersetzt und wird live tatsächlich abgelesen. Ich konnte einmal bei einer Rede des EZB-Präsidenten auf Phoenix jedes Wort mitsprechen, das ich vorher übersetzt hatte und die „Simultan-Dolmetscherin“ vorlas . . .

Aktuelleres Beispiel: 20. August 2024, der Nominierungs-Parteitag der Demokraten. Beide Obamas hielten mitreißende Reden – Michelle regelrecht feurig, beide sprachen frei. Nicht so der „Simultan-Dolmetscher“, der tags darauf auf Phoenix zu hören war. Auch hier war zu erkennen, dass nicht simultan gedolmetscht, sondern eine vorab angefertigte, schriftliche Übersetzung verlesen wurde. Wieder mit den Pausen, die den Eindruck erweckten, dass hier live simultan gedolmetscht wurde. Da aber – anders als im Englischen – im Deutschen das Verb/Prädikat erst am Ende des Satzes kommt und alles sonst noch Wesentliche davor, muss man beim echten Simultan-Dolmetschen ins Deutsche erst abwarten, was dieses andere Wesentliche ist, bevor man den ganzen Satz mit dem Prädikat am Ende wiedergeben kann. Deshalb nützt es der Dolmetscherin auch nicht viel, wenn Sprecher freundlicherweise mitten im Satz eine Pause machen, denn sie muss erst alle anderen Satzteile hören, bevor sie den ganzen Satz mit dem Verb/Prädikat am Ende wiedergeben kann. Dieser „Simultan-Dolmetscher“ wusste allerdings im Voraus, welche anderen Satzteile folgen würden, und las schon die Übersetzung von Satzteilen vor, die von den Rednern hörbar erst später gesprochen wurden.

Fazit: Wieder dieses vermeintliche Simultandolmetschen, das dann für echt gehalten wird und so schön flüssig und mühelos wirkt. Kein Wunder, dass die Dolmetscherin nach realen Einsätzen gefragt werden kann: „Waas? DAS war simultan?“ Ja. Echt simultan statt simuliert. Mit Pausen, mit Auslassungen, mit Fehlern. Weil die Struktur der Sprachen unterschiedlich ist.

Ohrschnuller

Ohrschnuller

Two-in-ones – so nenne ich die meist verstolperten, unbeabsichtigten Kombinationen aus zwei Wörtern oder Redewendungen, die in ihrem überraschenden Zusammentreffen oft mehr Sinn transportieren als jedes ihrer Teile für sich. Mit ihnen kann man aber auch absichtsvoll schöpferisch spielen. Wenn man kann, und Hans Klaffl (als Musiklehrer übrigens kein Fan der obligatorischen „Blödflocke“), der kann. Zuletzt von ihm gehört: Ohrschnuller. Ein Juwel! Die Schüler konnten beim Wandertag seine Wegbeschreibung nicht hören, weil sie eingestöpselt waren …

*****

Eher verquast

Ich bin ein großer Fan, von Klaffl und vor allem von Two-in-ones. Das hätte ich schreiben wollen, aber halt stopp.
Nun ist es ja offenbar wichtig, ob ich mich z. B. über Hunde, die das ganze Haus „zerwüsten“, einen Hahn hinterm Ofen, einen Himmel, der voller Rosinen hängt – oder über sonst etwas unter der Sonne – als Frau äußere, als Mann oder als etwas anders (und wenn ja wie) Geschlechtliches.
Ich habe es relativ leicht, war von Anfang an einfach weiblich und erwarte auch keine Änderungen mehr. Relativ, nicht absolut. Denn Fan ist ja männlich, oder geht auch das Fan? Aber sächlich ist schon besetzt für Nichtmänner und/oder Nichtfrauen, zu denen ich nicht gehöre.
Also bin ich eine große Fan? So wie „oh mein Papa, war eine große Kinstler“? Klingt nicht richtig richtig. Fanin, Fane, Fanta – Fanette. Das klingt noch am nettesten. Obgleich es auch von oben herab verkleinernd wirkt (etwa wie Bullette statt … nee, das lasse ich).
Aber: Muss ich wirklich meine Sprache so sexualisieren? Auch wenn es um überhaupt nichts Geschlechtliches geht?! Wird man (oje) mich inhaltlich ernster nehmen, wenn ich bei allem und jedem zuvörderst meine Weiblichkeit thematisiere?
Ich glaube nicht. Find’s eher verquast.

Alternative Sprache

Hundeprofi Martin Rütter kennt Hunde, „die das ganze Haus zerwüsten“. Dieses Two-in-one aus zerstören und verwüsten ist wesentlich ausdrucksstärker als beide Wörter einzeln und bietet somit einen Erkenntnisgewinn. Ich plädiere dafür, es in den deutschen Wortschatz aufzunehmen, neben „verplext.“

*****

Wieder ein paar Verleser mit Erkenntnisgewinn, allen voran Restbratwurst. Leute, wisst Ihr, was in sowas drin ist??
Ein eingeschweißtes Team – das hält garantiert zusammen.
Untersuchung beim Arzt: Kleines Blutbild mit Gesinnungswerten. Ist sie auch brav, die Patientin?

*****

„Hassu Schwieschkein?“ oder „Hassun Knallmann?“

Wir kennen Schwierigkeiten, meinen dagegen überwiegend (weiß man’ s wirklich? Hmmm), dass es einen Knallmann nicht gibt, identifizieren eine solche Lautäußerung als Lallen nach zu ausgiebigem Alkoholgenuss und finden es eigentlich lustig, wenn es so wiedergegeben wird, wie es klingt.

Wird auch mit Dialekten und Akzenten gern gemacht, und hier klinke ich mich jetzt ein, um diesen grauslichen Ohrwurm durch Niederschreiben zu bannen. Es ist ein altes Lied der Schweizer Band Rumpelstilz, das ein durchaus nüchternes, gar ernüchtertes Gefühl wiedergibt, aber eben klingt wie folgt (schwer wiederzugeben mit dem „normalen“ Alphabet):

„Läüite bi i denn a Krioskr, oder bi i öpper a Bankr,
oder gsehn i uus wie an Hot-Tel, oddr wie a Krassenschrankr . . .“

Gibt’s auch auf Hochdeutsch, also anders hoch als Schweizerdeutsch, aber übersetzen Sie doch selbst.

(Tage später: Es hat funktioniert, den Ohrwurm bin ich los.)

Hirnwurm, Obstsalat und Tragödien

Kürzlich wahrgenommen: Tipps, was man gegen einen Ohrwurm tun kann. Woaßt scho, der Oawoam, der wo kan Boatoam ned braucht.
Schee war’s , wenn man auch einen Hirnwurm loswerden könnt. So einen Gedanken, der sich neibohrt ins Hirn.

À propos – Alfons (Etienne Peterfalvi): „Niemand braucht eine Bohrmaschine. Was wir brauchen, sind Löcher.“

Erwin Pelzich bei 3Sat-Festival 2023: Sollte man sich ansehen. Stellenweise reecht er sich richtich auf, verschüddet beim Gestikuliern sogar sei Wassä. Auch das Thema „Diemiedudebadde“ streift er, und die Reaktion jüngerer Menschen auf alternde Männer, die sich noch mal aufmandeln wollen, fasst er so zusammen: „Hey Obbi, lass steck, bleib hock, halt’s Maul“. Frängisch ist schon schön.

Die Huberin mit ihren Lesefehlern. Eingeweide statt Energiewende. Schmeckt nicht jedem, beides. Aber mich lässt es offenbar nicht los – seit Jahren. Kuxtu hier.
Und beim Wortfindungstraining mit Hilfe von Kreuzworträtseln auf Tempo: Anderes Wort für Obstsalat mit Chi … hmmm. Was sich letztlich ergab: Chinese. Gesucht war: Ostasiat.

Gregor Gysi als Gastgeber im Gespräch mit Wladimir Kaminer:
„Muss Humor auch wehtun, damit er Wirkung erzielt?“
„Ich bin dafür, dass man positive Impulse setzt. Das Leben tut schon weh. Humor ist gerade dafür gut, dass man über die Tragödien des Lebens lachen lernt. Das ist sehr wichtig. Wenn man nur weint, wird jede Tragödie sofort zur Sackgasse; so kommt man nicht weiter; so kann man diese Tragödien nicht überwinden. Und die haben ihre komische Seite. Jede Tragödie hat ihre komische Seite, oder mehrere. Sie sind tragisch, wenn man direkt in die Augen schaut, aber wenn man einen Schritt zur Seite macht, oder von hinten sieht die Tragödie überhaupt nicht tragisch aus. Man muss nur den richtigen Winkel finden.“
Letzteres möchte man richtig finden, schon weil es mit so viel Charme vorgetragen wurde. Allerdings – dieses Gespräch fand vor den Kriegen in der Ukraine und Palästina statt. Wegschauen ist nicht der richtige Winkel, aber zuweilen (oder auch: nach einer Weile) der einzig ertragbare.
Natürlich brauchen wir Humor zum Überleben. Ich bin dafür, Komik bewusst zu suchen – im Angesicht, nicht notwendigerweise innerhalb der Tragödien.
Sonst könnt’s eng werden.

Realitätsverlust

Quizsendungen sehe ich recht gern: Das bildet.
Hier ein paar Fragen:

Aus der Milch welches Tieres wird xyz-Käse hergestellt?
Antwort: Schwein.
(Schweinskäse!)

Welches Wort bedeutet im Französischen „Schatz“ und im Deutschen „Geldschrank“?
Antwort: Chéri.
(Vielleicht ein reicher Liebhaber. Geldschatz statt Goldschatz. Und ein wenig fester gebaut. So wie ein Tresor vielleicht.)

***

Und hier wieder selbstgemachte Fehlleistungen mit Hintersinn:
– Verstörungstheoretiker / Verschwörungstheoretiker
– Flucht wilder Russen / Frucht wilder Rosen
– Weltgehtunterorganisation / Weltgesundheitsorganisation

***

Wunderbraten der Natur – noch ein Verleser, denn da stand Wunderbauten. Ich weiß aber, woher das kommt.
Es war eine Fernsehsendung, wo Kinder Begriffe erklärten wie einst bei „Dingsda“. Gefragt war das Wort „Wonder Bra“. Der erste Junge antwortete: „So was wie ein Feriengebiet?“ Was schon süß genug war. Der nächste meinte: „Wunderbrat? Nie gehört.“ Der dritte wusste es dann: „Ein Bikini, wo die Füllung schon drin ist“.
Jahre her, aber so etwas vergisst man nie wieder.

***

S-Bahn zum Hamburger Flughafen: Richtung Papierkorb. Naja, die letzte Episode am Flughafen dort war nicht schön, aber die S-Bahn fährt nach Poppenbüttel.

***

Busfahrt über das Allgäu nach Süden. Rechts die Wolken Feuer und Flamme vom Sonnenuntergang, links ein riesiger, riesiger Mond, auch er orange. Im Bus schaute niemand aus dem Fenster. Alle mit Stöpseln im Ohr oder Kopfhörern, im Bann ihrer Smartphones, keiner geistig da, wo sein Körper war. Was sie wohl gerade ansahen – vielleicht Bilder von schönen Sonnenuntergängen.