Schönes Englisch, schönes Deutsch

Schönes Englisch

Your Metschesti!
Das war so eine Sache: Queen Elizabeth sollte „zur Erinnerung“, also wohl zum Aufheben (oder??), Kekse bekommen, die vorher schon Queen Victoria genossen hatte . . .

Lesefehler, die nachdenklich machen

Tanzsport bei den Einnahmen von Parlamentariern  (Transparenz)
Friktion (Fraktion)
Wir basteln Deutschlands liebste Snacks (backen)
Provokationsfrei (provisionsfrei)

Schönes Deutsch: Maklerprosa

Zur Erklärung vorab: Dieser Eintrag weist auf einen bemerkenswerten Trend hin. Es werden immer mehr Wohnungen mit folgender Besonderheit angeboten: Man betritt zuerst den Flur/die Diele und von dort aus die übrigen Räume – äh – natürlich „Räumlichkeiten“. Möglicherweise sogar eine eckig geschnittene Küche. Alles wieder aktuelle Inserate in der Süddeutschen, in Original-Rechtschreibung.

„Beim Betreten der Wohnung gelangt man in den Flur, von dem aus die beiden Zimmer, das Bad und die Küche begehbar sind.“

„Sie betreten die gemütliche Wohnung durch die Diele, von hieraus gelangen Sie in die weiteren Räumlichkeiten.“

„Die Wohnung ist praktisch geschnitten. Alle Räumlichkeiten sind von der zentralen Diele aus zu erreichen. Das Wohnzimmer ist praktisch geschnitten . . .“

„Die eckig geschnittene Küche bietet Ihnen sehr viel Platz und Arbeitsfläche, um leckere Köstlichkeiten zu zaubern.“

„Das Haus ist teilunterkellert mit einer 2,40 m Geschoßhöhe, das bei Bedarf in ein viertes Schlafzimmer oder als Hobbyraum ausgebaut werden kann . . . . Im Erdgeschoss betritt man diese Immobilie und gelangt in die Diele . . . Insgesamt befindet sich diese Immobilie in einem gepflegten Zustand.“ Titel des Angebots: „Renovierungsbedürftiges Reihenmittelhaus“. Und wer oder was kann ausgebaut werden – das Geschoßhöhe?

„Fragen über Fragen – bleiben Sie dran.“

Hier stolpert die Sprache 2

Maklerprosa über rufende Toiletten:

Fünf unterschiedlich große Zimmer, eine repräsentative Eingangs- bzw. Empfangsdiele, eine Teeküche und natürlich zwei separate Toiletten rufen Ihnen zu: „Besichtigen, übrigens für uns Selbständige morgens, mittags, abends und natürlich auch am Wochenende, Planen,Entscheiden, Kaufen und dann „Geld verdienen“.

Selbst ausgedacht? Nein, so aus der Süddeutschen kopiert, inklusive Rechtschreibung und Zeichensetzung. Und was will uns der Dichter damit sagen?

Natürlich rufen die beiden Toiletten mit, schließlich sind sie auch selbständig, genau wie die fünf unterschiedlich großen Zimmer etc. Und haben genau so viel Lust zum Besichtigen (was?), Planen, Entscheiden (wo sie doch sonst ständig mit Ausscheiden statt mit Entscheiden zu tun haben), Kaufen, Geld verdienen.

Womit verdienen Toiletten Geld? Oder ist das gar nicht ernst gemeint, da es – zumindest zur Hälfte – unter eigenen Anführungszeichen steht? Andererseits: Selbständige Toiletten, die rufen und all das andere können – die können auch Geld verdienen.

 

Meine eigenen Sprachstolperer dieser Woche:

Schreibfehler „naschdrücklich“:
Naschen mit Druck, z.B. wenn ein gefülltes Bonbon lange genug im Mund war – oder Drücken mit Naschen, was könnte das sein?

Versprecher „Übersetzen mit Lebensmitteln“. Gemeint hatte ich „Übersetzen mit Lebenswissen“. Ist eben selten geworden!

 

Und hier ein Beitrag von Lennart und Vera: „Wer im Schlachthaus sitzt, soll nicht mit Schweinen werfen!“
Also das finde ich auch. Geht doch nicht.

 

 

Abschmieren

Wir waren in Rom zur Klassenreise – alles Mädchen, 18 Jahre alt, und außer mir alle blond und groß. Das Interesse der männlichen Jugend vor Ort war so intensiv, dass es lästig wurde.

Am Abend stand eine ganze Gruppe von ihnen unterhalb unserer Fenster vor der Pensione Ada Scandinavia. Wir hätten sie gerne (wirksamer als bisher) informiert, dass uns das nicht recht war, aber Italienisch konnten wir alle nicht.

Ich hatte allerdings ein uraltes Konversationslexikon. Darin suchte ich nun nach „abhauen“. Das fand ich nicht, aber „abschmieren“, und ich dachte: „Schmiert ab!!“ wäre auch verständlich. Und so rief ich aus dem Fenster:

„CAMBIO DEL OLIO!!“

Reaktion: „???“

Bedeutung: Ölwechsel . . .

Typisch Agentur

Am Mittwoch, vor einem Feiertag, kam die Anfrage einer Agentur: 11 Dokumente mit Beglaubigung übersetzen, bis Anfang nächster Woche. 19 gescannte Seiten, zum Teil ganz oder passagenweise unleserlich. Ich solle ein Angebot machen.

Das tat ich: 20 Stunden à 30 EUR – das ist der Stundenpreis, den die besseren Agenturen ihren Unterauftragnehmern für einfaches Korrekturlesen zahlen. Für jemanden mit meiner Erfahrung und Qualifikation äußerst niedrig.

Aber man weiß ja, von dem Preis, den die Agentur bekommt – und den ich von direkten Auftraggebern bekomme –, muss man an Agenturen einen großen Teil abgeben, also billig arbeiten. Das heißt: Entweder schlecht oder unrentabel. In meinem Fall das Letztere.

Die Antwort kam nach Feierabend: 250 EUR könnte ich maximal für alles bekommen. Ich sollte umgehend melden, ob ich die Arbeit zu diesem Preis annähme.

Ein Putzfrauen-Honorar.

Über den Feiertag und das Wochenende.

Vielen Dank.

Hier stolpert die Sprache

Fehler offenbaren doch manchmal den Kern der Sache.
Die folgenden Fehler sind alle selbst gemacht, wurden aber natürlich sofort korrigiert.
Und jetzt fängt die Sammlung an.

Schreibfehler
Fressourcen
Globs (Globus)
Direct Maul (Direct Mail)
Werkstopfe
Schafstoff (Schadstoff)
Fraz (Frau)

Lesefehler
Duschgel (Dschungel)
Zu tief ins Gras geschaut
Britenschlampe (Brillenschlange)
Blätterteig (Glottertal)
„Sie sind Gott“ („Sie sind Gut“)
Selbstmord (Selbstmontage)
Kopier-nikus (Koper-nikus)

Hörfehler
Orthopädische Union (…)

Bei Stilblüten kann ich mich auf „fremde Federn“ verlassen. Zum Beispiel:

Maklerprosa
„Die von uns exklusiv angebotene 1-Zimmer-Wohnung befindet sich in einer gepflegten Wohnanlage im obersten 8. Geschoss mit Lift und besteht aus insgesamt 54 Einheiten.“ (Eine Einzimmerwohnung mit 54 Einhheiten, das nenne ich großzügig. Und wie viele 8. Geschosse gibt es?)

„Die Mieterin möchte wohnen bleiben und wird deshalb nur als Kapitalanlage verkauft.“ (Eigentlich wollten wir nur die Wohnung kaufen.)

„Der Balkon ist uneinsichtig“. (Ich als Balkon würde auch nichts einsehen.)

Ganz frisch aus der Süddeutschen: „Exklusives Arbeiten in atemberaubendem Altbau – teilweise kann Mobiliar vom Vormieter abgelöst werden“. (Oder soll es atemberaubendes Arbeiten in exklusivem Altbau sein? Der Vormieter hat es auf jeden Fall nicht leicht gehabt – ist er in seinem Sessel festgeklemmt? Und welche Teile gehen wohl noch ab?)