Hier stolpert die Sprache 2

Maklerprosa über rufende Toiletten:

Fünf unterschiedlich große Zimmer, eine repräsentative Eingangs- bzw. Empfangsdiele, eine Teeküche und natürlich zwei separate Toiletten rufen Ihnen zu: „Besichtigen, übrigens für uns Selbständige morgens, mittags, abends und natürlich auch am Wochenende, Planen,Entscheiden, Kaufen und dann „Geld verdienen“.

Selbst ausgedacht? Nein, so aus der Süddeutschen kopiert, inklusive Rechtschreibung und Zeichensetzung. Und was will uns der Dichter damit sagen?

Natürlich rufen die beiden Toiletten mit, schließlich sind sie auch selbständig, genau wie die fünf unterschiedlich großen Zimmer etc. Und haben genau so viel Lust zum Besichtigen (was?), Planen, Entscheiden (wo sie doch sonst ständig mit Ausscheiden statt mit Entscheiden zu tun haben), Kaufen, Geld verdienen.

Womit verdienen Toiletten Geld? Oder ist das gar nicht ernst gemeint, da es – zumindest zur Hälfte – unter eigenen Anführungszeichen steht? Andererseits: Selbständige Toiletten, die rufen und all das andere können – die können auch Geld verdienen.

 

Meine eigenen Sprachstolperer dieser Woche:

Schreibfehler „naschdrücklich“:
Naschen mit Druck, z.B. wenn ein gefülltes Bonbon lange genug im Mund war – oder Drücken mit Naschen, was könnte das sein?

Versprecher „Übersetzen mit Lebensmitteln“. Gemeint hatte ich „Übersetzen mit Lebenswissen“. Ist eben selten geworden!

 

Und hier ein Beitrag von Lennart und Vera: „Wer im Schlachthaus sitzt, soll nicht mit Schweinen werfen!“
Also das finde ich auch. Geht doch nicht.

 

 

publiziert am 08.11.2012 bei Language-Wizard.de.